Im Dunkeln liegen und vergessen. Im Hintergrund die Musik, vielleicht auch ein Film. So genau bekomme ich das nicht mehr mit. Einfach nur vergessen. Ich fühle mich wie betäubt, wie ich hier liege, ich weiß nichtmal genau, wo ich bin. Klar, bei ihm. Aber wo genau er mich hingetragen hat, weiß ich nicht. Ich fühle mich sicher und geborgen. Tagsüber muss ich dieses Gefühl vor allen anderen verstecken, niemand darf mitbekommen, was ich fühle. Doch Nachts ist mir das egal. Nachts ist mir alles egal, hauptsache ich bin bei ihm. Aber das Licht muss er immer aus lassen...

Mitten in der Nacht wache ich auf. Wo bin ich? Da wo ich nachts immer bin. Ist es schon Morgen? Ich suche mein Handy. 02:34 Uhr. Es ist noch früh genug um nach Hause zu gehen. Schließlich ist Weihnachten. Ich suche meine Sachen zusammen, zieh mich komplett an. Kann ich so einfach gehen? Es wäre nicht das erste Mal. Ich schreibe ihm einen Zettel. "Frohe Weihnachten." Mehr schreibe ich nicht darauf. Ein Kuss auf die Wange und ich schleiche mich aus seinem Zimmer, die Treppe runter. Am Schlafzimmer seiner Eltern muss ich auch noch vorbei. Leise schleiche ich, schließlich will ich sie nicht wecken. Die beiden sind so herzlich zu mir, so wie richtige Eltern. Eine heile Familie. Auch sie sind der Grund, warum ich mich in diesem Haus so wohl fühle und meine Sorgen vergessen kann. Ich kann die Eltern nciht einfach verlassen, sie wären Enttäuscht von mir. Also schleiche ich zurück, in die Küche. Ich suche mir Stift und Papier und schreibe auch hier "Frohe Weihnachten" darauf. Dahinter setze ich ein kleines Herz. Ich weiß schon jetzt, dass ich die beiden schrecklich vermissen werde.

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